Kaliwerk



Verwaltungsgebäude

Das Verwaltungsgebäude ist eines der wenigen erhaltenen Bauten des ehemaligen Kaliwerkes, das heute als Wohnhaus genutzt wird. Es ist ein Backsteingebäude in der typischen Architektur der Kaliwerke, das den Jugendstil erkennen lässt. Lisenen gliedern die Wandzonen und die Trennung der Geschosse übernimmt ein Horizontalgesims. Ein Treppenhaus im Jugendstil verbindet die Etagen.

Entstehung des Kaliwerkes

Der Chemiker Justus von Liebig hatte Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt, dass sich landwirtschaftlicher Ertrag durch Düngung mit Kalium, Kalk, Stickstoff und Phosphor erheblich steigern lässt. Probebohrungen nach Kalisalz auf dem sog. Benther Salzstock führten 1894 zu positiven Ergebnissen. 1896 wurden die Abbaurechte für Ronnenberg von einem Bergbauunternehmer aus Braunschweig erworben und damit die Alkaliwerke AG Ronnenberg gegründet. Im März 1896 begannen die Abteufarbeiten von Schacht Albert.

Es dauerte fast acht Jahre bis im Dezember 1905 die Förderung von Kalirohsalz begann. 1908 wurde die Fabrik zur Produktion von Chlorkalium gebaut, sodass verbrauchsfertige Produkte hergestellt werden konnten.

Die Fördermengen konnten durch ver-besserte Abbauverfahren bis zur Schließung des Betriebes kontinuierlich gesteigert werden. Der Kalidünger aus Ronnenberg war wegen seiner Reinheit als Exportgut weltweit begehrt.

Mit dem Beginn des Bergbaues änderte sich auch die Zusammensetzung der Dorf-bevölkerung, die ursprünglich nur land-wirtschaftlich geprägt war, sie wuchs durch den Zuzug von Bergleuten stark an.

Bedingt durch einen nicht mehr beherrsch-baren Süßwasserzufluss aus dem Deckgebirge in das Grubengebäude musste 1975 die Werksanlage schließen. Auf dem Gelände ist die jetzige Wohnanlage mit dem Supermarkt entstanden.